
Für einen 4-Personen-Haushalt amortisiert sich eine Grauwasseranlage in etwa 10-12 Jahren und fungiert als wertsteigernde Infrastruktur-Investition in Ihre Immobilie.
- Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit ist eine frühzeitige Planung mit getrennten Leitungsnetzen bereits in der Rohbauphase.
- Die Betriebssicherheit und Langlebigkeit der Anlage hängen entscheidend von professioneller Wartung und der Einhaltung des optimalen Systemdrucks ab.
Empfehlung: Fordern Sie vor der Entscheidung eine detaillierte Amortisationsrechnung von Ihrem Sanitärplaner an, die Ihre lokalen Wassergebühren und die zu erwartenden Wartungskosten präzise berücksichtigt.
Als Bauherr stehen Sie vor einer Flut von Entscheidungen, die nicht nur die Ästhetik, sondern vor allem die langfristigen Betriebskosten Ihres zukünftigen Eigenheims bestimmen. Die jährliche Nebenkostenabrechnung kann schnell zur unliebsamen Überraschung werden, wobei die Kosten für Trink- und Abwasser einen signifikanten Posten ausmachen. Übliche Ratschläge wie kürzeres Duschen oder der Einbau von Sparduschköpfen sind zwar sinnvoll, kratzen aber nur an der Oberfläche des Problems. Sie behandeln Wasser weiterhin als reines Verbrauchsgut.
Doch was wäre, wenn Sie Wasser nicht als Einbahnstraße, sondern als internen Kreislauf betrachten? Hier kommt die Grauwassernutzung ins Spiel. Es geht dabei um weit mehr als nur darum, „Wasser zu sparen“. Eine moderne Grauwasseranlage ist keine ökologische Spielerei, sondern eine strategische Infrastruktur-Investition in Ihr Gebäude. Sie verdient dieselbe sorgfältige, technische und investitionsorientierte Bewertung wie Ihre Heizungsanlage oder die Dämmung Ihrer Gebäudehülle. Der wahre Wert liegt nicht nur in der Reduzierung der Wasserrechnung, sondern in der Erhöhung der Autarkie, der Absicherung gegen steigende Wasserpreise und der Steigerung des Immobilienwerts.
Dieser Artikel analysiert eine Grauwasseranlage aus der Perspektive eines Fachplaners. Wir bewerten die Technologie auf ihre Betriebssicherheit, berechnen die tatsächliche Amortisationszeit, definieren die kritischen Anforderungen an den Rohbau und beleuchten die unumgänglichen Aspekte von Wartung und regulatorischer Konformität. So erhalten Sie eine fundierte Grundlage, um zu entscheiden, ob diese Investition für Ihr Bauvorhaben nicht nur sinnvoll, sondern auch rentabel ist.
Inhaltsverzeichnis: Analyse einer Grauwasseranlage als Investitionsobjekt
- Stinkt das Wasser in der Toilette: Wie wird Duschwasser sicher aufbereitet?
- Wann haben Sie die 5000€ Investitionskosten über die Wassergebühr wieder drin?
- Was müssen Sie beim Rohbau beachten, damit Sie später kein Trinkwasser für die Spülung verschwenden?
- Wie oft müssen Sie die Membranen reinigen und was kostet der Service?
- Müssen Sie Ihre Grauwasseranlage anmelden und prüfen lassen?
- Warum platzen Ihre Schläuche ohne Druckminderer und welcher Bar-Druck ist optimal?
- Warum steigt Ihre Wasserrechnung um 150 €, wenn die lokalen Auenlandschaften verschwinden?
- Wie finden Hausverwaltungen Wasserlecks, bevor die Jahresabrechnung explodiert?
Stinkt das Wasser in der Toilette: Wie wird Duschwasser sicher aufbereitet?
Die Sorge vor Geruchsbelästigung oder hygienischen Mängeln ist eine der häufigsten Bedenken bei der Planung einer Grauwasseranlage. Diese Bedenken sind bei modernen Systemen jedoch unbegründet. Die Aufbereitung von leicht verschmutztem Wasser aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken ist ein hochtechnologischer, mehrstufiger Prozess, der eine konstant hohe Wasserqualität sicherstellt, die für die Toilettenspülung oder die Gartenbewässerung absolut unbedenklich ist. In Deutschland fallen in wassersparenden Haushalten etwa 55 Liter Grauwasser pro Person und Tag an – ein enormes Potenzial, das nicht ungenutzt bleiben sollte.
Das Herzstück moderner Anlagen ist in der Regel ein Membran-Bioreaktor (MBR). In diesem Prozess bauen Mikroorganismen zunächst die organischen Bestandteile wie Seifenreste und Hautpartikel biologisch ab. Anschließend wird das Wasser durch eine Ultrafiltrationsmembran gepresst. Diese Membranen besitzen Poren, die so fein sind (typischerweise im Bereich von 0,02 Mikrometern), dass sie selbst Bakterien und Viren physisch zurückhalten. Das Ergebnis ist ein klares, geruchloses und hygienisch einwandfreies Betriebswasser.

Wie das Bild der Membran-Struktur zeigt, handelt es sich um eine physikalische Barriere, die eine konstante Reinigungsleistung garantiert. Oftmals wird als letzte Sicherheitsstufe noch eine UV-Desinfektion nachgeschaltet, die eventuell verbliebene Keime abtötet. Diese Kombination aus biologischer Reinigung und mechanischer Filtration gewährleistet eine hohe Betriebssicherheit und stellt sicher, dass das recycelte Wasser die Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie für die Nutzung als WC-Spülwasser bei weitem übertrifft. Die Frage ist also nicht, ob das Wasser sauber wird, sondern welche Technologie die höchste Zuverlässigkeit für Ihre Investition bietet.
Wann haben Sie die 5000€ Investitionskosten über die Wassergebühr wieder drin?
Die zentrale Frage für jeden investitionsorientierten Bauherrn ist die nach der Rentabilität. Eine Grauwasseranlage ist mit Anschaffungs- und Installationskosten verbunden, die sich je nach Größe und Komplexität typischerweise zwischen 4.000 und 8.000 Euro für ein Einfamilienhaus bewegen. Die Amortisationszeit hängt von drei Schlüsselfaktoren ab: der Höhe Ihrer lokalen Trink- und Abwassergebühren, dem Wasserverbrauch Ihres Haushalts und den laufenden Wartungskosten. Eine präzise Amortisationsrechnung ist daher unerlässlich.
Die Einsparungen ergeben sich aus der Reduzierung des Frischwasserbezugs und, noch wichtiger, aus der Verringerung der Abwassermenge, die oft den teureren Teil der Wasserrechnung ausmacht. Das aufbereitete Grauwasser, das für die Toilettenspülung oder Gartenbewässerung verwendet wird, muss nicht als teures Abwasser entsorgt werden. Für eine konkrete Einschätzung ist eine Gegenüberstellung der jährlichen Ersparnis mit den Investitions- und Betriebskosten notwendig, wie eine vergleichende Analyse für deutsche Haushalte zeigt.
| Haushaltsgröße | Jährliche Ersparnis | Amortisationszeit (5.000€ Anlage) |
|---|---|---|
| 4-Personen-Haushalt | ca. 600€ | ca. 10 Jahre |
| Mit Wartungskosten | ca. 450€ netto | ca. 11-12 Jahre |
Die Tabelle verdeutlicht, dass sich die Investition für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt nach etwa 10 bis 12 Jahren rechnet. Dieser Zeitraum kann sich je nach zukünftiger Entwicklung der Wasserpreise deutlich verkürzen. Steigende Gebühren wirken als „Amortisations-Beschleuniger“. Zusätzlich zur reinen Kosteneinsparung muss die Wertsteigerung der Immobilie berücksichtigt werden. Ein Haus mit einer zukunftssicheren, kostensparenden Wasserinfrastruktur hat einen klaren Vorteil auf dem Immobilienmarkt. Es ist daher entscheidend, die Anlage nicht als Kostenfaktor, sondern als langfristiges Asset zu bewerten.
Was müssen Sie beim Rohbau beachten, damit Sie später kein Trinkwasser für die Spülung verschwenden?
Der wirtschaftlichste und technisch sinnvollste Zeitpunkt für die Integration einer Grauwasseranlage ist die Neubauphase. Eine Nachrüstung in einem Bestandsgebäude ist oft mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden, da Wände und Böden geöffnet werden müssten. Wie Experten betonen, ist die vorausschauende Planung im Rohbau der entscheidende Faktor für eine erfolgreiche und kosteneffiziente Umsetzung. Die Redaktion von bauen.de fasst es treffend zusammen:
Der Einbau des Grauwasseraufbereitungssystems inklusive Verrohrung empfiehlt sich in erster Linie bei Neubauten oder im Zuge einer umfangreichen Sanierung. Bestehende Gebäude nachzurüsten, wäre schlichtweg zu aufwändig und wirtschaftlich unrentabel.
– bauen.de Redaktion, bauen.de Ratgeber
Die wichtigste Maßnahme ist die Installation eines doppelten Leitungsnetzes. Ein Netz führt das Grauwasser von den Quellen (Dusche, Badewanne, Handwaschbecken) zur Aufbereitungsanlage. Das zweite, strikt getrennte Netz transportiert das aufbereitete Betriebswasser zu den Verbrauchern (Toilettenspülungen, Waschmaschine, Gartenanschluss). Dieses Vorgehen verhindert jegliche Vermischung mit dem Trinkwassernetz und ist eine zwingende rechtliche Vorgabe. Wer hier in der Rohbauphase spart, macht eine spätere Installation praktisch unmöglich oder extrem teuer. Die korrekte Planung der Leitungsführung ist die Grundlage für die gesamte Investition.
Ihre Planungs-Checkliste für den Rohbau
- Leitungsnetze definieren: Separate Grauwasserleitungen verlegen, die strikt von der Trinkwasserinstallation getrennt sind, um Kontamination auszuschließen.
- Abflüsse zuordnen: Abflüsse von Badewanne, Dusche und Handwaschbecken direkt an die Grauwasser-Sammelleitung anschließen, nicht an die allgemeine Abwasserleitung.
- Technikraum planen: Einen geeigneten Technikraum mit mindestens 2,8 m Höhe für die Anlage und die Tanks einplanen, idealerweise im Keller.
- Standort festlegen: Einen frostsicheren Aufstellungsort für die Anlage vorsehen und sicherstellen, dass ausreichend Platz für zukünftige Wartungsarbeiten vorhanden ist.
- Durchbrüche vorsehen: Notwendige Wand- und Deckendurchbrüche für die getrennten Leitungen bereits im Rohbauplan festlegen und ausführen lassen.
Diese vorausschauende Planung sichert nicht nur die technische Funktionalität, sondern optimiert auch die Installationskosten erheblich. Ein Gespräch mit Ihrem Architekten und Sanitärplaner in einer sehr frühen Projektphase ist daher absolut entscheidend.
Wie oft müssen Sie die Membranen reinigen und was kostet der Service?
Eine Infrastruktur-Investition wie eine Grauwasseranlage muss über ihre gesamte Lebensdauer zuverlässig funktionieren. Die Wartung ist daher kein lästiges Übel, sondern ein integraler Bestandteil der Werterhaltung und der Sicherstellung der Betriebssicherheit. Die Wartungskosten müssen von Anfang an in die Amortisationsrechnung einfließen. Die zentralen Komponenten, die Aufmerksamkeit erfordern, sind die Filter, die Pumpen und die Tanks.
Die hochwertigste und langlebigste Komponente ist die Ultrafiltrationsmembran. Renommierte Hersteller geben hier eine sehr lange Haltbarkeit an. So verspricht beispielsweise der Hersteller INTEWA, dass für die Ultrafiltrationsmembran eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren zu erwarten ist. Dies ist ein starkes Indiz für die Robustheit moderner Systeme. Dennoch ist eine regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb notwendig. Allgemeine Empfehlungen aus der Praxis raten zu einem vorsichtigeren Ansatz: Tanks sollten in Intervallen von ein bis drei Jahren gereinigt und ein Wechsel des Membranfilters sollte etwa alle fünf Jahre erfolgen, um eine konstant hohe Wasserqualität zu gewährleisten. Diese Diskrepanz zwischen Herstellerangabe und Praxisempfehlung sollten Sie in Ihrer Kalkulation berücksichtigen, indem Sie eher konservativ mit einem 5-Jahres-Zyklus für die Membran planen.
Die jährlichen Wartungskosten für eine Anlage in einem Einfamilienhaus belaufen sich, je nach Wartungsvertrag und Anbieter, auf etwa 150 bis 300 Euro. Dieser Betrag deckt in der Regel die Inspektion der Pumpentechnik, die Reinigung der Vorfilter und die Überprüfung der Wasserqualität ab. Der Austausch der Membran nach 5 bis 10 Jahren stellt eine größere, planbare Einmalinvestition dar, die je nach Modell einige hundert Euro betragen kann. Diese Kosten sind transparent und kalkulierbar und sollten als geplante Betriebsausgabe zur Sicherung Ihres Assets betrachtet werden, ähnlich wie die jährliche Wartung Ihrer Heizungsanlage.
Müssen Sie Ihre Grauwasseranlage anmelden und prüfen lassen?
Die Installation und der Betrieb einer Grauwasseranlage sind in Deutschland kein privates Vergnügen, sondern unterliegen klaren rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern ein entscheidender Aspekt der regulatorischen Konformität, der den legalen und damit wertstabilen Betrieb Ihrer Investition sicherstellt. Eine nicht gemeldete Anlage kann im schlimmsten Fall zu Bußgeldern und einer Stilllegungsanordnung führen.
Die zentrale Vorschrift ist die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Bernd Ishorst, ein anerkannter Experte, stellt in der Fachzeitschrift SBZ klar, dass hier keine Grauzone existiert. Seine Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, proaktiv zu handeln:
Der Einbau von Grauwassernutzungsanlagen ist auch weiterhin meldepflichtig. Nach § 13 (4) der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) müssen die Errichtung und der Betrieb dem zuständigen Gesundheitsamt schriftlich angezeigt werden.
– Bernd Ishorst, SBZ Sanitär.Heizung.Klima
Diese Anzeigepflicht gegenüber dem zuständigen Gesundheitsamt muss in der Regel vier Wochen vor Baubeginn erfolgen. Die Anzeige muss detaillierte Informationen über den Betreiber, den Standort, die Art der Nutzung und technische Pläne der Anlage enthalten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Installation fachgerecht geplant ist und keine Gefahr einer Kontamination des öffentlichen Trinkwassernetzes besteht. Des Weiteren besteht eine separate Mitteilungspflicht gegenüber dem lokalen Wasserversorgungsunternehmen. Dies ist notwendig, damit der Versorger die Berechnung der Abwassergebühren korrekt anpassen kann, da Sie mit einer Grauwasseranlage weniger Abwasser in das öffentliche Netz einleiten. Das Ignorieren dieser Pflichten kann nicht nur rechtliche, sondern auch finanzielle Konsequenzen haben, wenn die Gebühren falsch berechnet werden.
Warum platzen Ihre Schläuche ohne Druckminderer und welcher Bar-Druck ist optimal?
Ein oft unterschätzter technischer Aspekt für die langfristige Betriebssicherheit einer Grauwasseranlage ist das Druckmanagement. Während die Aufmerksamkeit oft auf der Wasserqualität liegt, kann ein falsch eingestellter Systemdruck zu erheblichen Schäden an der Anlage selbst und an angeschlossenen Geräten wie der Waschmaschine führen. Das Herzstück der Wasserverteilung ist das Hauswasserwerk, eine Pumpe, die das aufbereitete Betriebswasser mit dem nötigen Druck in das separate Leitungsnetz einspeist.
Das Problem: Hauswasserwerke können hohe Druckspitzen erzeugen, die weit über dem liegen, was die Schläuche und Ventile von Haushaltsgeräten aushalten. Ein Standard-Zulaufschlauch einer Waschmaschine ist typischerweise für einen Betriebsdruck von maximal 10 bar ausgelegt, arbeitet aber optimal bei deutlich niedrigerem Druck. Wenn die Pumpe des Hauswasserwerks ohne Regulierung startet, kann der Druck kurzzeitig stark ansteigen und die Schläuche überdehnen, was zu Materialermüdung und im schlimmsten Fall zum Platzen führt. Um dies zu verhindern, ist die Installation eines Druckminderers nach dem Hauswasserwerk eine technische Notwendigkeit. Dieses Bauteil agiert als Puffer und sorgt für einen konstanten, sicheren Ausgangsdruck. Der optimale Druck für das Hauswasserwerk einer Grauwasseranlage liegt bei 3-4 bar. Dieser Wert ist hoch genug, um auch in oberen Stockwerken eine einwandfreie Toilettenspülung zu gewährleisten, aber niedrig genug, um alle angeschlossenen Komponenten zu schützen.
Zur Gewährleistung der dauerhaften Anlagensicherheit sind folgende Maßnahmen entscheidend:
- Installation eines Druckminderers: Er reduziert den von der Pumpe erzeugten Druck auf ein konstantes, sicheres Niveau.
- Einbau eines Manometers: Es ermöglicht die permanente visuelle Kontrolle des Systemdrucks.
- Verwendung von Rückschlagventilen: Sie verhindern einen Rückfluss von Wasser und schützen die Pumpe.
- Schutz der Magnetventile: Besonders die empfindlichen Ventile der Waschmaschine werden durch einen stabilen Betriebsdruck vor Verschleiß geschützt.
Die Investition in ein korrektes Druckmanagement ist minimal im Vergleich zu den potenziellen Kosten eines Wasserschadens durch einen geplatzten Schlauch. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie technische Detailplanung die langfristige Zuverlässigkeit einer Investition sichert.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Wirtschaftlichkeit einer Grauwasseranlage hängt von einer exakten Amortisationsrechnung ab, die lokale Gebühren und Wartungskosten präzise einbezieht.
- Eine frühzeitige und korrekte Planung im Rohbau mit getrennten Leitungsnetzen ist für den finanziellen und technischen Erfolg der Investition unabdingbar.
- Die Einhaltung der gesetzlichen Anmeldepflicht beim zuständigen Gesundheitsamt ist eine rechtliche Notwendigkeit und sichert die Konformität und den Wert der Anlage.
Warum steigt Ihre Wasserrechnung um 150 €, wenn die lokalen Auenlandschaften verschwinden?
Auf den ersten Blick scheint der Zustand lokaler Ökosysteme wie Auenlandschaften wenig mit der Wasserrechnung eines Einfamilienhauses zu tun zu haben. Doch diese Verbindung ist direkter, als man denkt, und sie ist der Schlüssel zum Verständnis des langfristigen Werts einer Grauwasseranlage als strategische Investition. Auen und Feuchtgebiete sind die natürlichen Wasserreservoirs und -filter Deutschlands. Ihr Verschwinden durch Bebauung und landwirtschaftliche Nutzung führt zu einer Verknappung der natürlichen Grundwasserneubildung. Dies, gepaart mit zunehmenden Dürreperioden, setzt die kommunalen Wasserversorger unter enormen Druck.
Die Konsequenz ist unausweichlich: Die Kosten für die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser steigen. Wasserknappheit macht Wasser teurer. Eine Wasserrechnung, die heute bei 600 Euro im Jahr liegt, kann in zehn Jahren leicht 750 Euro oder mehr betragen – eine Steigerung von 150 Euro. Diese Entwicklung macht Investitionen in Wasserspartechnologien immer rentabler. Eine Grauwasseranlage, die die Trink- und Abwasserkosten um bis zu 50 Prozent reduzieren kann, wird bei steigenden Preisen exponentiell wertvoller. Die Amortisationszeit verkürzt sich mit jeder Gebührenerhöhung.
Die Entscheidung für eine Grauwasseranlage ist somit auch eine Wette auf die Zukunft der Wasserpreise. Wie die Experten von bauen.de betonen, ist dies eine Reaktion auf einen unumkehrbaren Trend:
Mit Blick auf die zunehmende Wasserknappheit in Deutschland stellt sie eine gute Möglichkeit dar, den Wasser- und Energieverbrauch zu senken.
– bauen.de Redaktion, bauen.de Ratgeber
Indem Sie einen Teil Ihres Wasserbedarfs durch Recycling decken, entkoppeln Sie sich teilweise von der öffentlichen Versorgung und deren Preisentwicklung. Sie managen aktiv ein finanzielles Risiko und sichern Ihr Haushaltsbudget gegen zukünftige Schocks ab. Es ist eine Form der persönlichen Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels, die sich direkt in Ihrer Brieftasche bemerkbar macht.
Wie finden Hausverwaltungen Wasserlecks, bevor die Jahresabrechnung explodiert?
Während der Titel auf Hausverwaltungen abzielt, ist das zugrunde liegende Prinzip für jeden Immobilienbesitzer relevant: die proaktive Kontrolle des Wasserverbrauchs zur Vermeidung von Kostenexplosionen durch unentdeckte Lecks. Große Hausverwaltungen setzen auf digitale Zähler und Monitoring-Systeme, um den Verbrauch in Echtzeit zu überwachen und bei Anomalien sofort alarmiert zu werden. Ein plötzlicher, nächtlicher Anstieg des Verbrauchs kann beispielsweise auf eine laufende Toilettenspülung oder ein Leck in einer Leitung hinweisen. Als Besitzer eines Einfamilienhauses können Sie ähnliche Prinzipien anwenden, und eine Grauwasseranlage kann dabei eine unerwartete, aber wertvolle Rolle spielen.
Eine Grauwasseranlage schafft von Natur aus ein zweites, überwachtes Wassersystem in Ihrem Haus. Sie haben nicht mehr nur einen einzigen Hauptwasserzähler, dessen Daten Sie einmal im Jahr ablesen. Stattdessen wird der Kreislauf des Betriebswassers – von der Sammlung über die Aufbereitung bis zum Verbrauch – durch die Anlagentechnik permanent erfasst. Viele moderne Anlagen verfügen über Displays oder sogar App-Anbindungen, die Ihnen genaue Daten über die produzierte und verbrauchte Menge an Betriebswasser liefern. Dieses integrierte Monitoring macht Sie zu einem aktiven Manager Ihres Wasserhaushalts.
Stellen Sie sich vor, Ihre Anlage zeigt an, dass sie nachts wiederholt die Toilettenspülung nachfüllt, obwohl niemand die Toilette benutzt hat. Dies ist ein klares Indiz für ein undichtes Spülventil – ein Leck, das Ihnen sonst vielleicht erst bei der Jahresabrechnung auffallen würde. Indem Sie einen Teil Ihres Wassersystems aktiv managen und dessen Daten einsehen, entwickeln Sie ein viel besseres Gespür für den „normalen“ Verbrauch Ihres Hauses. Ein Grauwassersystem dient somit nicht nur der Wassereinsparung, sondern auch als ein Frühwarnsystem, das Ihnen hilft, die Kontrolle über Ihre gesamte Wasserinfrastruktur zu behalten und kostspielige Überraschungen zu vermeiden.
Um eine fundierte und wirtschaftlich tragfähige Entscheidung für Ihr Bauvorhaben zu treffen, ist der nächste logische Schritt eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse. Ein qualifizierter Sanitär-Fachplaner kann auf Basis Ihrer Haushaltsgröße, der lokalen Wassergebühren und der spezifischen Gegebenheiten Ihres Neubaus eine präzise Amortisationsrechnung erstellen und Sie bei der Auswahl der passenden Anlagentechnik unterstützen.
Häufig gestellte Fragen zur Grauwassernutzung im Neubau
Wann muss ich die Anlage anmelden?
Nach § 12 der Trinkwasserverordnung 2023 müssen Sie Ihre geplante Grauwasseranlage dem zuständigen Gesundheitsamt spätestens vier Wochen vor dem geplanten Baubeginn schriftlich anzeigen.
Was muss die Anmeldung enthalten?
Die Anmeldung muss den Namen und die Adresse des Betreibers, genaue Standortangaben der Anlage, die geplante Art der Nutzung (z.B. WC-Spülung, Waschmaschine, Gartenbewässerung), das Speichervolumen der Tanks sowie technische Pläne und Nachweise über die fachgerechte Planung durch einen Experten enthalten.
Muss ich auch den Wasserversorger informieren?
Ja, zusätzlich zur Meldung beim Gesundheitsamt besteht nach § 3 Absatz 2 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) eine Mitteilungspflicht gegenüber Ihrem lokalen Wasserversorgungsunternehmen vor der Errichtung der Anlage.