Das Lehrbiotop der Naturschutzgruppe Florstadt e.V. zurück zum Eingang Lehrbiotop
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Pflanzen Pflanzen
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Naturschutzgebiet: Am Mähried bei Staden Naturschutzgebiet: Am Mähried bei Staden
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Hecke / Feldgehölze
Hecke   Mispelfrucht
Hecke   Mispelfrucht
Unter einer naturnahen Hecke versteht man ein schmales Vegetationsband aus einheimischen Sträuchern, einzelnen Bäumen und einer ausgeprägten Krautschicht am
Boden. Ökologisch gesehen ist sie ein langer schmaler Wald, der aus zwei gegenüberliegenden Waldrändern besteht. Diese Eigenschaft macht eine vielschichtige naturnahe Hecke so wertvoll. Es stellen sich die artenreichen Lebensgemeinschaften der Waldränder ein.
Die Tiere der offenen Landschaft, wie z.B. Igel, Hasen, Rebhühner, Eidechsen und Amphibien, finden hier Nahrung und Schutz.
Igel  - Bildquelle: mc   Laubfrosch - bei Mausklick zur Bildergalerie Amphibien   Rebhuhn - bei Mausklick zur Bildergalerie Vögel
Igel   Laubfrosch © H-D B   Rebhuhn © H-D B
In Wallhecken Schleswig-Holsteins wurden nach Angaben des DNR (Deutscher Naturschutzring e.V.) insgesamt 1.500 verschiedene Tierarten gezählt.
Hecken sind sehr wichtig, denn
    " sie...
  gehören zu den wenigen noch naturnahen Stellen in der Landschaft, die sich relativ frei entwickeln können. Sie sind "ökologische Zellen", nicht gedüngt und nicht gespritzt, mit einer reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt;
  stabilisieren den Naturhaushalt, der durch großflächige Monokulturen ohnehin
schon stark angegriffen ist;
  filtern Schadstoffe aus der Luft;
  dienen als vorzüglicher Windschutz und steigern dadurch nachweislich die Ernte;
  sind unentbehrlich für den Wasserhaushalt und unterstützen den Hochwasserschutz;
  verhindern Bodenerosion;
  liefern Holz und Wildfrüchte;
  sind unentbehrlich für die jagdliche Nutzung - ohne Hecken kein Wild;
  sind von großem ästhetischem Wert, denn sie gliedern die Landschaft, sorgen für
Abwechslung und verbergen hässliche Bauten.
"
    Quelle: Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR),
DNR Schriftenreihe Gefährdete Lebensstätten unserer Heimat,
Heft 1 Hecken und Feldgehölze, 3. Auflage 1985, Bonn, S.14
    In den letzten 50 Jahren führten zwei Gründe zum Verschwinden vieler Hecken und
Feldgehölze
in Deutschland. Zum einen wurde das als Brenn- und Baustoff genutzte
Holz nach und nach durch andere Materialien und Brennstoffe ersetzt. Zum anderen
mussten die Hecken vielerorts aufgrund Neuordnung durch Flurbereinigungsbehörden
zu Gunsten erweiterten Ackerlandes weichen.
Die zentrale Wetterau, die wegen der ausgesprochen guten Lößböden schon zu Zeiten
der Kelten (also vor ca. 2000 Jahren) intensiv bewirtschaftet wurde, gilt von je her
als heckenarme Landschaft. Hingegen findet man in der nördlichen Wetterau bei
Münzenberg eine deutlich strukturreichere Landschaft vor. Auch auf den steinigen
Ausläufern des Vogelsberges bei Florstadt-Leidhecken gehören Hecken noch zum
typischen Landschaftsbild.
Wussten Sie, dass man aus der Weidenrinde " Aspirin " gewinnen kann? Und dass die
Blüten des Besenginsters zum Färben von Stoffen verwendet wurden?
Interessantes und Wissenswertes erfahren Sie in unserem Lehrbiotop durch die Beschilderung von mehr als 40 einheimischen Strauch- und Baumarten.
   
Feldsperling - Brutvögel in der Hecke   Heckenbraunelle - Brutvögel in der Hecke   Zaunkönig - Brutvögel in der Hecke
Feldsperling   Heckenbraunelle   Zaunkönig
© Hans-Dieter Brandl
    Als Brutvögel haben sich bei uns u.a. Goldammer, Dorngrasmücke, Feldsperling,
Heckenbraunelle und Zaunkönig eingestellt.
Die zahlreichen Nester können im Winter, wenn die Sträucher ihr Laub abgeworfen haben, gesichtet werden.
Benjeshecke
Die einfachste, beste und zugleich preiswerteste Art, eine naturnahe Hecke anzulegen,
ist die nach Hermann Benjes. Reisig wird ca. 1m bis 1,50 m hoch aufgeschichtet.
Durch den Kot der dort Schutz suchenden bzw. brütenden Vögel, gelangt Samenmaterial
aus der Umgebung in den Boden. Die Pflanzen, die daraus entstehen,
können sich ungehindert entwickeln. Denn im dichten Reisig sind sie vor Verbiss
durch Wildtiere geschützt.
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