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Naturschutzgebiet: Am Mähried bei Staden Naturschutzgebiet: Am Mähried bei Staden
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Unter einer Wiese versteht man eine Pflanzengesellschaft, bestehend aus Gräsern und mehrjährigen Kräutern.
Als besonders artenreich gelten Mager- und Feuchtwiesen. Hier findet man die meisten Pflanzen
der "Roten Liste" bedrohter Arten,
darunter auch Orchideen.
Eine kräuter- und blütenreiche Wiese ist die Voraussetzung für eine große Insektenvielfalt.
Viele von ihnen haben sich auf nur eine Pflanzenart als Nahrungsquelle spezialisiert.
So ist die Schwalbenschwanzraupe beispielsweise auf die Wilde Möhre als Futterpflanze angewiesen.
Von dem Insektenreichtum einer Blumenwiese profitieren auch Grasfrosch, Eidechse oder Igel.
Der Distelfink findet hier außerdem fressbare Sämereien.

Entscheidend für das Erscheinungsbild einer Wiese sind neben Boden- und Lichtverhältnissen in erster Linie die Schnitthäufigkeit bzw. die Art der Beweidung.
Als optimale Pflege für eine Blumenwiese gilt eine
1 bis 3 malige Mahd pro Jahr.
Wird wesentlich öfter gemäht, entsteht ein artenarmer Zier- oder Spielrasen.
Ohne Mahd würde die Wiese innerhalb weniger Jahre verbuschen und nach und nach sogar ein Wald entstehen.

Odermenning
Odermenning ist eine sehr alte bereits in der Antike geschätzte Heilpflanze.
Unter den Haustieren gelten die Heidschnucken als die besten Landschaftspfleger, da sie in Ihrer Auswahl an Futterpflanzen anspruchslos sind und keine Trittschäden hinterlassen.

Auch der Nährstoffgehalt im Boden spielt eine wichtige Rolle. Wird eine Wiese gedüngt, dominieren oft die Gräser und die Blütenpflanzen werden verdrängt.

Bis vor kurzem vertraten einige Experten noch die Meinung, dass Europa ohne den
Eingriff des Menschen weitestgehend bewaldet wäre.
  Heidschnucke
  Heidschnucke
Untersuchungen in den Niederlanden haben diese Theorie jedoch widerlegt. Demnach gäbe es insbesondere durch regelmäßige Beweidung von Büffelherden (Wisente) großflächige Wiesenlandschaften.
Wiesenblumen   Sternmiere
Wiesenblumen   Sternmiere
In Wiesen bei Münzenberg, Staden oder Ortenberg findet man an wenigen Stellen
eine Salzpflanzenvegetation vor.
Diese Pflanzen wachsen üblicherweise nur an der Nordseeküste.
Der Grund dafür ist der Austritt salzhaltigen Quellwassers.

Entlang den Flüssen Wetter, Nidda, und Nidder finden sich ausgedehnten Wiesenlandschaften, die für den Naturraum Wetterau typisch sind.
Sie sind größtenteils unter Schutz gestellt.

Aufgrund von Entwässerungsmaßnahmen vor allem in den 70er und 80er Jahre sowie einer intensiven Nutzung sind inzwischen viele Arten vom Aussterben bedroht.
Nur an einigen Stellen noch, so auch im angrenzenden Mähried zu Staden, brüten die scheuen Vogelarten Großer Brachvogel, Kiebitz oder Bekassine.
Ihr Verbreitungsschwerpunkt in Hessen liegt in der Wetterau.
Entscheidend für den Bruterfolg dieser Vögel sind unter anderem Futterangebot und Fluchtmöglichkeiten der noch flugunfähigen Jungtiere.

Nur in einer blütenreichen und somit insektenreichen lichten Wiese haben die Tiere eine Überlebenschance. Voraussetzung hierfür ist eine extensive Bewirtschaftungsweise. Modernes Umweltmanagement hilft dabei zwischen den Interessengruppen zu vermitteln. Erfreulich ist, dass sich insbesondere in Florstadt immer mehr Landwirte für den Natur- und Artenschutz einsetzen.
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